Kurzgeschichten aus Mallorca, Istanbul und Moskau

Eine Agentur geht ihren Weg oder vom Versuch, ein bewegliches Ziel zu treffen

Nach über einem Jahrzehnt ZEPTER&KRONE war es überfällig geworden, ein neues CI/CD zu erarbeiten.

Unsere Agentur hat sich nicht einfach nur mit der Zeit weiterentwickelt, unser Leistungsspektrum hat sich nicht einfach nur verändert und erweitert, sondern es hat sich ein ganz anderes Selbstverständnis entwickelt: Was im Jahr 1998 einmal als Promotionagentur mit dem entsprechendem Personal und Dienstleistungsangebot begonnen hat, ist heute als Kreativagentur ein Full-Service Partner auf dem Werbemarkt.

Dass das so ist, liegt in erster Linie an den Köpfen, die heute für unser Haus stehen. Und da diese Köpfe in unserem Büro allesamt stets unablässig in Kundenaufträgen verfangen sind, entstand die Idee, dass wir für die Arbeit in eigener Sache "raus müssten". Unser Arbeitsauftakt sollte in der Sonne stattfinden und führte uns nach Mallorca.

Zum Reisen gehört Geduld, Mut, Humor und daß man sich durch kleine widrige Zufälle nicht niederschlagen lasse.
Adolph Freiherr von Knigge (1752-1796), dt. Schriftsteller u. Sammler v. Lebensregeln
Auftakt auf Mallorca

Unser Reisebüro quartierte uns im 17. deutschen Bundesland in einem alten Schlosshotel ein und anstatt Sonne, bekamen wir fast durchgängig Regen. Und das wir ganz offensichtlich in der Nebensaison reisten, erkannten wir an stets geschlossenen Geschäften und auch daran, dass wir bereits um 20 Uhr kein Abendessen mehr bekommen sollten. Egal! Tina, Jan und ich schlossen sich im Gemäuer ein und verabschiedeten über das Wochenende schließlich eine aktualisierte Marke und ein wegweisendes Manifest, welches die verbindliche Leitlinie unseres Handelns gegenüber Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten, Mitbewerbern und uns selbst darstellt.

Wohin auch immer wir reisen, wir suchen, wovon wir träumten, und finden doch stets nur uns selbst.
Günter Kunert (1929), dt. Schriftsteller
Halbzeit in Istanbul

In Istanbul haben wir ein komplett neues Corporate Design miteinander abgestimmt und verabschiedeten uns damit auch von unserem alten Claim "Für den Kunden. Unseren König.". Istanbul bleibt uns darüber hinaus als eine unglaublich schöne und bunte Stadt in Erinnerung, die für viel Inspiration sorgte. Ich persönlich erinnere mich gerne an die Bootstransfers inklusive frischem Chai von der europäischen zur asiatischen Seite der Stadt und umgekehrt. Ich erinnere mich an eine unglaublich lebendige Einkaufsstraße jenseits des Taksim-Platzes, an weltoffene und freundliche Menschen und an Starbucks-Filialen, in denen die American Express-Kreditkarte als Zahlungsmittel nicht akzeptiert wurde. Eindrucksvoll war für Werber von Shopping-Centern ganz sicher auch ein Besuch der Cevahir Shopping Mall, die derzeit das zweitgrößte Einkaufszentrums Europas ist und die Visite des großen Basars, wo der Handel seit jeher zuhause ist und auch heute noch unmittelbar gelebt wird.

Eine Reise gleicht einem Spiel. Es ist immer etwas Gewinn und Verlust dabei - meist von der unerwarteten Seite.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter
Finale in Moskau

Die Wahl auf Moskau als Reiseziel für unsere finale Abstimmung war auch kein Zufall: Jeder, der sich an die Diskrepanz aus der einstigen sowjetischen Propaganda bezüglichen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und der Wirklichkeit erinnern vermag, erkennt möglicherweise eine Parallele zur Agenturwelt. Deshalb war es uns sehr wichtig, dass wir mit "überguter Beratung, Umsetzung und Erfolgskontrolle strategischer Kommunikationsmaßnahmen" tatsächlich über ein Alleinstellungsmerkmal verfügen, dass hunderte andere Agenturen nicht auch von sich behaupten dürften. Denn "übergut" steht für unseren Anspruch, den Wissensvorsprung und die Verantwortung unseres Handelns, der wir uns unablässig verpflichtet fühlen.

Ansonsten haben wir bei unserem Besuch des heutigen Moskaus auch unauflösbare Gegensätzen erkannt: Hier die Armut, da das Luxuskaufhaus, hier das tolle Hotel, da der miese Service und überteuerte Preise, da die unzähligen Luxuslimousinen mit Fahrer, dort die überfüllte, dreckige U-Bahn, einerseits die wundervolle Bausubstanz, andererseits die zerfallenen Häuser und Straßen usw. Bleibt am Ende die Frage, ob die Russen tatsächlich bei der Beantragung unserer Visa die Befürchtung hatten, dass wir diese Stadt nicht mehr hätten verlassen wollen? Selten bin ich persönlich nämlich so froh gewesen, wieder in Tegel gelandet zu sein...

Widmen wir uns jetzt wieder der Gestaltung überguter Werbung, die funktioniert. Und das voller Leidenschaft. Und in der besten Agentur ZEPTER&KRONE, die es je gab.